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Der chinesische Buchmarkt 2007: Zahlen und Fakten

Das BIZ Peking hat neue Zahlen zum chinesischen Buchmarkt.

Verlage

Im Juli 2008 gab die GAPP (General Administration of Press & Publication) ihre Statistik zum chinesischen Buchmarkt 2007 bekannt. Am stabilsten geblieben ist die Zahl der Verlage: 578 staatliche Verlage sind offiziell registriert. Davon agieren 358 auf Provinz- und 220 auf gesamtstaatlicher Ebene.

Titelproduktion

Die gesamte Titelproduktion beträgt 248.283 und stieg somit von 2006 (233.971 Titel) auf 2007 um 6.12%. Nach wie vor lässt sie sich in drei Hauptteile gliedern:
Von der Gesamttitelproduktion sind 136.226 Titel Neuerscheinungen (Vergleich 2006: 112.135), 54.000 Lehrbücher, 15.400 Literatur und 10.460 Kinderbücher. Das größte Potenzial liegt derzeit bei Kinderbüchern und Ratgebern. Insgesamt waren bis Ende 2007 insgesamt 780.000 Titel auf dem Markt. Der Geschmack wechselt häufig rasant.

Umsatz

Der von GAPP angegebene Umsatz basiert lediglich auf den staatlichen Vertriebskanälen. Der Buchhandel aus dem privaten Sektor wurde nicht in der GAPP-Statistik berücksichtigt. So beträgt der Buchmarktumsatz 130,53 Milliarden Dollar im Vergleich zu 12,91 Milliarden Euro im Vorjahr. Der größte Umsatz war mit 58,54 Milliarden im Bereich Lehrwerke zu verzeichnen. Bücher aus dem Bereich Kultur und Erziehung/Ausbildung erzielten einen Umsatz von 36,69 Milliarden Dollar. Die Wachstumsrate verringert sich stetig.

Im- und Export

Insgesamt wurden 2007 Bücher im Wert von 32,98 Millionen Dollar exportiert und im Wert von 78,1 Millionen Dollar importiert. Das Ungleichgewicht hängt auch mit dem Buchpreis der importierten Bücher zusammen, der meist höher ist als der chinesische. Bei den importierten Werken belegen STM-Bücher mit Büchern im Wert von 31,04 Millionen (39,73%) den ersten Platz, gefolgt von Büchern zu Kunst und Kultur im Wert von 12,92 Millionen Dollar (16,54%) und Büchern zu Philosophie und Soziologie im Wert von 12,22 Millionen Dollar(15,65%). Der Buchimport stieg um 80,64%, der Buchexport um 3,33% an. Bei den exportierten Werken handelt es sich in erster Linie um Titel aus den Bereichen Philosophie und Sozialwissenschaften im Wert von 7.628 Millionen Dollar (23,13%), Belletristik im Wert von 7.498 Millionen Dollar (22,73%) und Lehrwerken im Wert von 6.47 Millionen Dollar (19,62%).
38 Firmen in China verfügen offiziell über die Erlaubnis, Bücher zu im- und exportieren. Die vier wichtigsten sind China National Publication Export & Import Cooperation, China International Book Trading Corporation, China Education Publications Import & Export Corporation und Shanghai Book Traders, die vor allem Bibliotheken bedienen.

Lizenzgeschäft

2007 hat China 10.255 10.950 Lizenzbücher eingekauft, 695 weniger als im Vorjahr, darunter 3878 Titel aus den U.S.A, 1.635 Titel aus Großbritannien, 585 aus Deutschland und 393 aus Frankreich.
Laut GAPP-Statistik verkaufte China 14 Buchtitel nach Deutschland, ein rapider Fall von den im Vorajahr angegebenen 104 Titeln. Diese Zahl weicht stark von dem Ergebnis von „Buch und Buchhandel in Zahlen 2007“ des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ab: 2007 haben deutsche Verlage 19 chinesische Titel ins Deutsche übersetzt (keine Angaben in Buch und Buchhandel in Zahlen 2008 zu eingeführten Lizenztiteln gefunden). China kaufte aus Deutschland 447 Lizenztitel ein, vor allem Lehrbücher (192 Titel) und Kinderbücher (139 Titel) erfreuten sich großer Beliebtheit. Die vier beliebtesten Kategorien bei den Lizenztiteln sind Belletristik, Sozialwissenschaften, Kinderbücher und Sprachlehrwerke.
Ein großes Problem des chinesischen Buchmarktes bleibt weiterhin die Verletzung geistigen Eigentums. Sowohl chinesische als auch ausländische Verlage leiden darunter. Die Raubkopien konzentrieren sich auf die folgenden drei Bereiche: Bestseller, Lernhilfematerial und bekannte Nachschlagewerke.

Vertriebskanäle und Buchhandel

Das staatliche Vertriebssystem ist nach wie vor nicht besonders effektiv. Überwiegend findet der Vertrieb über den staatlichen Vertreiber Xinhua und nichtstaatliche private und ausländische Vertriebsfirmen statt. Der Einzelhandel ist somit absolut liberalisiert. Der Trend geht hin zu Bookcities, die mit Flächen von 8.000 bis 20.000m² fast jedes lieferbare Buch vorrätig haben und mit dieser Dienstleistung täglich bis zu 60.000 Besucher anlocken. Auch private Buchläden weisen eine gute Auswahl an Titeln vor.
Die Online-Bookstores www.dangdang.com und www.joyo.com (Amazon in China) sind nach wie vor erfolgreich.

Bestseller

Im Dezember 2008 führte Tiny Times von Guo Jingming die Belletristik-Bestsellerliste an, gefolgt von “Die Geschichte von Lalas Beförderung“ von Li Ke und “Sinken und Auftauchen“ von Cui Manli. "Wolf Totem" landete auf Platz 4. Im Bereich Non-Fiction führte “How to not to fall ill“ von Ma Yueling im November 2008 die Bestsellerliste an. Auf Platz zwei und drei rangierten “Talk about health from head to heels“ von Qu Liming und „See details rely on yourself rather than relying on doctors“ von Zhongli Baren.
Das beliebteste Kinderbuch kommt aus Japan “Totto-Chan: The little girl at the window“ von Kuroyagani Tetsuko. Auch Yang Hongyings Erfolg bleibt ungebrochen. Mit “Mischief Boy Ma Xiaotiao: The action of finding the peacebreaker“ und “The cat born in the secret cave” belegte sie die Plätze zwei und drei.

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